Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWpremiere

Re: Yanosch - Michael - or not everything is as it seems FSK

Beitragvon Lennox » 24 Mai 2010, 15:41

es ist aber schön dass du trotzdem fb dagelassen hast trotz deines stresses dankeschön :cool:

ich weiß net wie weit ich im alten forum war, aber mittlerweile glaube ich, dass ich den stand wieder einggeholt habe und dieser neue teil also noch unveröffentlicht war. dann wäre es jetzt weltpremiere :lol:

31. Teil

Unterdessen lag Yanosch in seinem Bett und hoffte, dass sein Stiefvater ihn diese Nacht verschonen würde. Doch die Erfahrungen der Jahre ließen diese Hoffnung aufs fast Unmögliche schmelzen. Seit fast zwei Tagen hatte er nun nicht mehr geschlafen und seine Kraft ließ langsam und allmählich nach. Seine Augen wurden schwerer, sein Atem langsamer und gerade als der Schlaf überhand zu nehmen schien, öffnete sich die Zellentür. Noch bevor der Junge richtig erwachte, wurde er am Arm aus dem Bett gezerrt. Yanosch wusste, dass das Gefängnis seine Endstation war. Er verlor die Gewalt über seine geschärften Sinne, die ihn in den letzten Jahren rechtzeitig vor dem Erscheinen von Brad gewarnt hatten. Ohne ein Ton zu sagen, schliff Brad den Jungen bis in den Duschraum der Häftlinge. Er hatte im Vorfeld eine Wanne randvoll mit kaltem Wasser laufen lassen, packte seinen Stiefsohn im Genick und tauchte ihn unter. Yanosch war irritiert. Er kannte Bradley nur als einen Mann, der, wenn er brutal wurde, auch gleichzeitig die Lautstärke seiner Stimme erhob. Diese Ruhe machte dem Jungen Angst. Er versuchte unter Wasser, seine Fassung wieder zu erlangen. Nur wenn er ruhig bleiben würde, konnte er hoffen, so wenig Sauerstoff wie möglich zu verbrauchen und die Gefahr eines Asthmaanfalles zu verringern. Doch der Gedanke, dass Brad dieses Mal sein Werk vollenden und den Jungen töten würde, wuchs mit jeder Sekunde, die er unter Wasser gedrückt wurde. Nach einer endlos lang wirkenden Zeit zog er Yanosch wieder aus dem kalten Nass.
„Wage es ja nie wieder, deine Hand gegenüber der Ärztin zu erheben.“ flüsterte Bradley seinem Stiefsohn ins Ohr, der all das verschluckte Wasser aus seiner Lunge prustete und versuchte möglichst viel Luft zu schnappen, in der Annahme, dass es nicht sein letzter Ausflug unter Wasser war. Ehe er den Gedanken zu Ende führen konnte, wurde er wieder untergetaucht. Sein jahrelanges Wassersprungtraining brachte ihm einen großen Vorteil ein. Gegenüber anderen Menschen konnte er länger unter Wasser bleiben, ohne in Panik zu geraten, doch Brad trieb es bis aufs Äußerste. Mit aller Kraft versuchte der Junge sich gegen seinen Stiefvater aufzubäumen, doch dieser hatte ihm allein schon an Körpergewicht mehr entgegenzusetzen.
Bradley bemerkte, dass der Körper seines Unterlegenen an Spannung verlor. Langsam erwachte er wieder aus seinem Zorn. Kurz bevor der Junge das Bewusstsein verlor, holte er ihn wieder an die Luft. Mit einem Tritt in den Brustkorb half er ihm zu neuem Atem.
„Du weißt, was ich von dir wissen will!“
Ohne eine Regung von Mitgefühl sah er Yanosch zu, wie dieser versuchte, neben ständigem Husten genügend Sauerstoff zu bekommen. Dieses Mal hatte der Junge den rettenden Spray dabei. Nur sehr langsam verbreitete sich das Aerosol in der Lunge und brachte eine entspannende Wirkung. Yanosch lag auf dem kalten Fliesenboden und wagte es nicht sich zu bewegen. Zu groß war seine Angst vor den nächsten Sekunden und Minuten.
Brad plante den nächsten Schritt, wie er aus dem kleinen Mistkerl den Aufenthaltsort seiner Frau und seiner zwei kleinen Kinder herausbekommen könnte und drehte die Duschen auf.
Yanosch sah, dass der Dampf sich im gesamten Raum ausbreitete und war verzweifelt, in der Wanne nicht das Ende gefunden zu haben.
„Hast du mir was zu sagen?“ Brad packte den am Boden liegenden Jungen fest am Oberarm.
Was vor Tagen noch selbstsicher und voller Entschlossenheit klang, drang jetzt mit letzter Kraft hervor.
„Du wirst es nie erfahren. Egal was dir noch einfällt.“ flüsterte Yanosch und vermied dabei den Blickkontakt. Er wusste, dass dieser im Moment nur alles verschlimmern würde.
Bradley zerrte den Jungen abwechselnd von der eiskalten Dusche unter das heiße Wasser. Die Haut des Jugendlichen konnte die extrem wechselnden Temperaturen nicht dementsprechend wahrnehmen. Sie erschienen wie Eiskristalle, die die Haut durchstießen und gleichzeitig hinterließen sie den Eindruck eines flammenden Infernos. Nur unter lautem Stöhnen konnte Yanosch die Schmerzen ertragen, bis er letztendlich das Bewusstsein verlor. Erst im Zellentrakt kam er wieder zu sich. Sein gesamter Körper zitterte. Trotz der brennenden Haut, die keinerlei Spuren des Martyriums aufwies, fror er bitterlich.
Michael kam von seiner nächtlichen „Einkaufstour“ zurück und erstarrte, als er sah, was in seiner Abwesenheit geschehen war.
„Er hat ihn wieder aus dem Bett gezerrt und den Zellentrakt verlassen. Ich weiß nicht, was er mit ihm gemacht hat, doch der Kleine ist vollkommen am Ende, Michael. Warum tut er ihm das an?“
Sucre war entsetzt. Er kannte den Wärter schon seit drei Jahren und wusste, dass er zur Brutalität neigte, doch zu solch einem Ausmaß war es bis jetzt noch nie gekommen.
Es musste ein Ende haben, das war Michael klar, aber er hatte immer noch keine passende Lösung gefunden, zumal Yanosch nicht wirklich kooperativ war.

„Du bleibst dort stehen – die ganze Nacht. Und wage es ja nicht, dich meinen Worten zu widersetzen.“ Brad beugte sich über seinen Stiefsohn und flüsterte ihm die Worte zu. Der Wärter zog seinen Schlagstock aus dem Gürtel, rammte ihn dem Jungen in die Rippen. Er hob drohend den Stock, um zu signalisieren, was folgen würde, wenn der Junge nicht tat, was ihm befohlen wurde.
Mühsam stand der Junge auf. Er wusste, dass er von Michael beobachtet wurde. Langsam blickte er zu ihm hinauf und schüttelte kaum sichtbar den Kopf.
Die nassen Sachen klebten am Leib des Jungen und zeichneten seinen schmächtigen und zitternden Körper ab. Bradley verließ triumphierend den Zellentrakt.
Die Nacht verging, wie jede Nacht, doch die Dunkelheit zog noch lange nicht vorbei. Wie eine Gewitterwolke hing sie über Michaels Gewissen. Wer sollte dem Jungen helfen, wenn nicht er. Das Leben dieses Jugendlichen lag in seiner Hand und das war ihm bewusst. Irgendjemand musste die Verantwortung übernehmen und dem Jungen zu einem Leben verhelfen, dass er verdient hatte.


FB ist natürlich gern gesehen :hyper:
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Finley » 24 Mai 2010, 16:37

:freu: Endlich geht es weiter. Dir ist bewusst, dass du jetzt jeden Tag einen neuen Teil online stellen musst, ya? :D Nun bemerkt also selbst Sucre, dass da was vor sich geht. Warum bemerkt es niemand anders? Warum gelangt es nicht irgendwie zu Pope, vor allem weil die gute Sara doch immer so pflichtbewusst ist und solch brutale Fälle doch melden sollte?
Bin gespannt wie es weiter geht... .
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Ewanized » 24 Mai 2010, 22:30

Oh mein Gott, die FF wird ja immer brutaler! :huh:
Was ist Brad nur für ein be*piep*stes Ar*piep*?? :angry:
Gut, dass aber jetzt auch Sucre merkt, was da vor sich geht. Mal sehen, ob Pope das auch irgendwann mal schnallt und was unternimmt. Ich finde es auch gut, dass Yoschi nicht nachgibt...hoffentlich bleibt das so.
Bitte schreib ganz schnell weiter, ja?

LG Marry :clap:
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Ines » 31 Mai 2010, 23:36

Ich kannte den Teil tatsächlich noch ned, bin froh das wir endlich an diesem Punkt sind und es neues für mich gibt.

Toller Teil, ich will endlich wissen wie es weitergeht B)
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Lennox » 13 Jun 2010, 17:39

drei wunderbare fb´s - das ist eine wohltat für mein schreiberherz :D dankeschön

ich weiß, dass meine geschichte ganz schön brutal ist, aber ich kann einfach keine liebes-ff schreiben. diese art von geschichten gelingt mir einfach besser

32. Teil

Der Häftling ging zielstrebig auf die Zelle des alten Mannes zu. Er wusste nun endlich, was er zu tun hatte.
„Charles lässt du uns bitte einen Augenblick alleine?“
Yanosch brauchte seinen müden Blick nicht aufzurichten, um zu erkennen, wer vor seiner Zelle stand.
„Es gibt nichts, worüber wir reden müssten.“ Zusammengekauert auf der letzten Ecke seiner Pritsche, die Knie fest an den Oberkörper gezogen, saß der Junge auf seinem Bett. So langsam, wie die Wärme sich in seinem Körper ausbreiten wollte, kam auch sein Wille zu leben zurück.
Michael ignorierte den Satz des Jungen. Die, die am wenigsten nach Hilfe suchen, benötigen sie am Stärksten, sagte er sich und fragte sich gleichzeitig, wie oft Yanosch schon von den Menschen verletzt worden sein musste, um eine solche negative Einstellung in so jungen Jahren zu bekommen. Er setze sich auf das Bett direkt neben ihn, doch zugleich spürte er, wie der Junge sich innerlich seiner Nähe entzog. Nicht, weil er ihn nicht mochte, sondern weil er anscheinend diesen Kontakt als brodelnde Gefahrenquelle sah. Die letzten Tage hatten ihre Spuren hinterlassen. Blasse Haut, dunkle Augenränder und ein vollkommen leerer Gesichtsausdruck machten deutlich, dass der Junge sich aufgegeben hatte. Es war an der Zeit, dass Michael etwas unternahm.
„Ich kann nicht annähernd erahnen, was du in all den Jahren ertragen musstest, um so zu werden, wie du jetzt bist – einsam, müde, verletzt und doch so wahnsinnig stark, dich deinem Vater immer wieder entgegen zustellen. Doch mittlerweile weiß ich, dass ich dich vor ihm nicht schützen kann – nicht hier – nicht hier drin. Trotzdem möchte ich, dass du weißt, dass ich dir helfen werde. Ich bin da, egal was ist.“ Michael wartete auf irgendeine Reaktion von Yanosch - doch vergebens.
„Du bist nicht alleine. Hab ein bisschen Vertrauen – irgendwann hat es ein Ende und du bist frei – frei von ihm. Und bis dahin bin ich für dich da.“ Michael legte ihm seine Hand auf den Arm. Er spürte, wie sich jede einzelne Muskelfaser des Jungen anspannte – immer auf der Hut und bereit für die Flucht.
„Es wird nie ein Ende haben – NIE. Das ist so wahrscheinlich, wie die Nacht die unabänderlich auf den Tag folgt. Und manchmal ist die Nacht so dunkel, dass du nicht weißt, ob du jemals die Sonne wieder sehen wirst.“ Yanosch blickte nicht auf. Er starrte weiter in die Leere.
„Doch die Sonne wird nicht untergehen – nicht für immer. Und wenn du es am Wenigsten vermutest, wird sie einen Weg zu dir finden und die Nacht wird vorüberziehen. Glaub mir. Wenn du jemanden suchst oder brauchst, dann komm zu mir. Gemeinsam werden wir das schaffen.“
Yanosch schaute Michael mit leeren Augen, doch trotz allem entschlossenem Blick an.
„Die schlimmsten Feinde sind die, die dich kennen. Menschen, die dir vollkommen fremd sind, stellen keine Bedrohung dar. Doch jemand, der einen Teil deines Lebens mit dir teilt, der weiß, was dir etwas bedeutet, ist ein wahrer Feind. Den solltest du fürchten. Denn je besser er dich kennt, desto mehr Möglichkeiten hat er, dir weh zu tun.“ Müde und geschwächt sank sein Kopf wieder auf seine Knie.
„Ich weiß, wie sehr du Lennox und Matilda vermisst. Das Funkeln deiner Augen wenn du sie angesehen hast, ist verblast. Das Lächeln auf deinen Lippen als du mit ihnen gesprochen hast, ist verschwunden. Und das Feuer in deinem Herzen mit dem du ihnen die Welt ermöglichen wolltest, die du dir für sie gewünscht hast, ist erloschen. Doch ich verspreche dir, das ich alles tun werde, damit du sie wiedersiehst und ihnen wieder der Bruder sein kannst, der du immer noch bist. Irgendwann hat unsere Zeit hier drin ein Ende und wenn ich gehe, wirst du mit mir gehen.“
Yanosch hatte nie gedacht, dass ihm das Fehlen seiner Geschwister, stärker wehtun würde, als die Prügel seines Stiefvaters. Doch sein Herz weinte bitterlich und jede Sekunde tat es um so stärker weh. Er liebte sie mehr als irgendetwas anderes auf dieser Welt – mehr als sein eigenes Leben. Doch er hatte sie gehen lassen, in dem Gedanken, es würde ihm gut gehen, zu wissen, dass sie sicher sind. Trotzdem vermisste er sie wahnsinnig.
„Du solltest nichts versprechen, dass du nicht halten kannst.“ Die Blicke der beiden Häftlinge trafen sich und Michael sah dem Jungen an, dass seine Worte auf der Wahrheit basierten und somit vollkommen ernst gemeint waren.
„Hast du jemals einem Menschen in die Augen geschaut, dem du versprochen hast, dass ihn niemand verletzen wird, solange du da bist und kommst dann eines Tages nach Hause und musst mit ansehen, wie sich strahlende Augen in eine tiefe und schwarze Leere verwandelt haben? Es zerreist dir das Herz. Also verspreche nichts, was du nicht halten kannst.“ Unter Tränen brachte er die letzten Worte hervor.
Im Hintergrund ertönte das Signal, das die Frühstückszeit einläutete. Schnell wischte sich der Junge die Tränen aus den Augen. Er fühlte sich bedrängt von Michael. Natürlich wusste er, dass dieser ihm nur beistehen und helfen wollte, doch er stand sich wieder selbst im Weg. Sein Leben hatte ihm gelehrt, emotionalen und körperlichen Abstand zu anderen Menschen zu halten und nun hatte er nicht mehr die Kraft, diese Hürde zu überwinden. Schnell verließ er die Zelle und mischte sich unter die anderen Häftlinge. Noch bevor Michael ihm folgen konnte, verlor er ihn in der Menge.

Die Sonne nahm wie jeden Tag ihren Lauf am Himmel. Langsam kämpfte sie sich durch die Wolken und schickte einzelne Strahlen auf die Erde. Dort wo sie sie trafen, versprühten sie eine wohlbringende Wärme. Auf einem dieser kleinen Flecken kauerte sich ein Junge. Die Beine an den Oberkörper gezogen, angelehnt an die Mauer hinter sich und den Kopf versteckt zwischen den Armen, versuchte er die Welt um sich herum zu vergessen und die Wärme in sich aufzusaugen als Schutz gegen die Kälte dieser Welt. Er erschrak, als sich ein groß gewachsener Mann neben ihm auf den Boden setzte.
„Warum lässt du mich nicht einfach in Ruhe?“ sprach Yanosch. Seine Stimme verlor von Minute zu Minute, die der Junge im Gefängnis verbrachte an Überlebenswillen. Er hatte sich aufgegeben und wollte sich seinem Schicksal beugen.
„Du kennst mich zu gut und weißt genau, dass ich das nicht tu kann und will. Yanosch du bedeutest mir viel – auch wenn du es nicht möchtest. Mir liegt viel an dir. Meine Mutter hat immer gesagt: Reich denen die Hand, die ganz unten sind und helfe ihnen auf. Und ich werde dich auf gar keinen Fall im Stich lassen. Ich werde mit meinem Bruder dieses Gefängnis verlassen und du wirst mit uns gehen und wenn ich dich hier rausschleifen muss, du wirst mit uns gehen!“ Michaels Blick ließ keinen Zweifel an dem, was er gerade ausgesprochen hatte.
„Was muss ich tun?“ Yanosch wusste, dass Michael etwas bedrückte, sich aber nicht traute ihn um Hilfe zu bitten. Anscheinend sah er so miserabel aus, dass er ihm nichts mehr zutrauen würde.
„Nun rück schon raus damit. Was soll ich dir besorgen?“
„Ich will, dass du mir ein Gefallen tust und ich weiß ja aus eigener Erfahrung, dass du schnelle Finger hast. Ich will, dass du mir etwas stiehlst, das eigentlich mir gehört – nur eine Uhr.“
Über Yanoschs Lippen huschte ein verlegenes Lächeln – klein und nur für das geschulte Auge sichtbar.
„So etwas wie „nur“ eine Uhr gibt es nicht. Für jedes Design gibt es einen eigenen Verschluss und der braucht wiederum einen eigenen Griff.“ In den letzten Jahren hatte der Junge viele Menschen bestohlen, um an Geld zu kommen. Seine Mutter ging zwar arbeiten, doch ihr geringer Lohn reichte für die kleine Familie nicht aus.
„Es ist eine italienische Uhr – eine Remedi, 2003, Goldarmband, Perlmutt-Ziffernblatt, wasserdicht.“
„Das Mistding hat einen Schmetterlingsverschluss.“
„Und was bedeutet das?“
„Der Verschluss ist versteckt. Die kann man nicht klauen, ohne dass der andere was davon bemerkt. Und das bedeutet, dass ich mir irgendetwas einfallen lassen werde.“ Yanosch stand auf und ging.
„Du wirst sie bekommen, aber halte Abstand von mir. Bellick beobachtet mich und wird dir noch auf die Schliche kommen.“ sprach er und mischte sich unter die anderen Häftlinge.

Unterdessen saß Charles Westmoreland im Büro des Direktors. Er hatte sich nichts zuschulden kommen lassen und wartete auf den Grund, warum er hergebeten worden ist. Was Henry Pope ihm jedoch zu sagen hatte, waren keine erfreulichen Nachrichten. Die Tochter des Häftlinges war an Speiseröhrenkrebs erkrankt und hatte nur noch wenige Wochen zu leben. Erschüttert darüber und zugleich fassungslos, dass er sie aufgrund von bestehender Fluchtgefahr erst bei ihrer Beerdigung sehen dürfe, war er nicht mehr in der Lage klar zu denken. Wie ein kleiner Samenkorn, der den Weg zur Sonne suchte, wuchs in ihm der Gedanke, nun doch mit Michael die Mauer dieses Gefängnisses hinter sich zu lassen, um seine Tochter noch ein einziges Mal in die Arme schließen zu können.
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Ewanized » 13 Jun 2010, 23:57

Schönes Kapitel, Lennox. :clap:
Beide Seiten - sowohl Michaels als auch Yoschis Seite hast du sehr authentisch beschrieben. Ich konnte mich super in beide Seiten hineinversetzen. :nick:
Mich würde auch mal interessieren, wie es Mathilda, Lennox und Ingrid geht. Ist vielleicht ein Teil aus ihrer Sicht drin oder schreibst du nur aus Yoschis Sicht? :hmm:
Was bleibt mir noch zu sagen, außer dass ich mich wie blöd auf den nächsten Teil freue?

LG Marry

BTW: Mir geht's auch so, ich schreibe meistens eher brutale Sachen als so Liebesschmalzkram. :lol:
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Finley » 15 Jun 2010, 22:14

Weiter :clap:
Was mit Matildah und Lennox ist, würde mich auch interessieren.
Manchmal finde ich es wahnsinn, wie sehr die alte Rolle von Tweener auf Yanosch passt. Manchmal finde ich, sie passt eh viel mehr zu Yanosch als zu Tweener.
Schreib schneller :clap:
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Ines » 18 Jun 2010, 17:20

Wieder ein toller Teil.
Ich fand das Gespräch zwischen Michael und Yanosch am besten :wub: Sehr gut beschrieben finde ich.

Würde auch gern wissen wie es weitergeht und vor allem wie es dem Rest der Familie geht. :clap:
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Lennox » 11 Jul 2010, 10:59

danke für die vielen komplimente :wub: da freu ich mich wahnsinnig drüber :D

33. Teil

„Mr. Scofield sieht so aus, als gebe ich ihnen heute ihre Injektion.“ Becky betrat den Untersuchungsraum, in dem der Häftling schon auf seine Behandlung wartete und begann die notwendigen Utensilien zusammenzustellen.
„Wo ist Doktor Tancredi?“ Michael wurde nervös. Er hatte sich so auf die wenigen Minuten gefreut, die er mit ihr teilen konnte.
„Hier ist heute so viel los. Sie ist gerade bei einem anderen Patienten.“
Michael blickte sich um, konnte sie jedoch nirgendswo erkennen. In diesem Moment öffnete sich die Fahrstuhltür und vier Wärter schoben eilig eine Trage auf die Station. Michael konnte nicht sofort erkennen, wer sich darauf befand und was demjenigen geschehen war. Er sah nur die zuckenden Gliedmaßen und erkannte die Angst der Wärter, die eine solche Situation wohl noch nie erlebt haben.
„Wir brauchen hier dringend einen Arzt!“ schrie Geary, der sich am Kopfende der Trage befand.
„Der Junge war gerade im Essenssaal und fing plötzlich an sich zu übergeben, ohne dass er etwas zu sich genommen hat. Es sieht aus als hätte er einen Anfall.“ Der Wärter drehte sich Hilfe suchend nach der Ärztin um. In diesem Moment konnte Michael erblicken, wer sich dort in Not befand. Yanosch hatte ihm gesagt, dass er sich irgendetwas einfallen lassen würde, um an seine Uhr zu kommen. Augenblicklich schaute Michael auf Gearys Arm. In diesem Moment täuschte der Junge einen erneuten Krampfanfall vor und nutzte die Panik der Wärter aus. Die Uhr, die Michael so dringend benötigte, verschwand unauffällig in seiner Hosentasche, ohne dass sein jetziger Besitzer etwas davon mitbekam. Doktor Tancredi kam angelaufen und begann sofort mit der Behandlung des jungen Patienten.

Während des nachmittäglichen Hofganges suchte Charles Westmoreland die Nähe des Häftlings Scofield. Lange wollte er von dem Ausbruch des Gefangenen nichts wissen, doch die Hiobsbotschaft von seiner Tochter hatte so einiges verändert. Beide gingen sie langsam über den Gefängnishof.
„Ein Geschenk von meinem Untermieter.“ Charles überreiche ihm eine goldene Uhr, ohne zu wissen, welche große Bedeutung sie auf dem Weg zur Flucht beinhaltete.
„Ich danke dir und ich danke ihm.“ Schnell steckte Micheal die Uhr in seine Jackentasche. Nun konnte er seinen Plan weiter verfolgen, denn die Minuten bis zur Hinrichtung seines Bruders verstrichen unaufhaltsam.
„Warum ist sie dir so wichtig?“ Unauffällig versuchte der alte Mann, das Thema der Flucht anzuschneiden.
„Du wolltest doch nichts von diesen Sachen wissen.“
„Es hat sich etwas geändert. Das hat persönliche Gründe.“ Vor seinen Augen sah er seine mittlerweile erwachsene Tochter. Das letzte Mal hatte er sie gesehen, da ging sie noch zur Schule und mittlerweile waren die Jahre vergangen und sie lag im Sterben. Seine Vaterpflichten hatte er wegen dieser einzigen dummen Tat nie wahrnehmen können, doch nun wollte er sie wenigstens noch einmal lebend sehen und sich bei ihr entschuldigen.
Michael blieb stehen und schaute seinem Gegenüber in die Augen.
„Versteh mich nicht falsch, aber jeder, der dabei ist, bringt irgendetwas mit in die Gruppe.“ sprach er und ging weiter.
„Wie wäre es mit Geld?“
„Über wie viel Geld reden wir?“ Michael hoffte, dass er den alten Mann nun endlich so weit hatte, dass er seine wahre Identität als D.B. Cooper zugeben würde.
„Ich denke, dass weißt du.“ sprach Charles, steckte Scofield einen Geldschein zu und mischte sich unter die anderen Häftlinge.
Michael dagegen blickte auf die Dollarnote und kontrollierte die Seriennummer. Nun war Westmorelands Identität geklärt. Dieser Geldschein stammte aus dem 5 Millionen Raub des D.B. Cooper aus dem Jahre 1973.
Wieder in seiner Zelle begann Michael die Uhr mit dem Diktiergerät zu verbinden, dass er unter dem Fenster der Ambulanz im Rasen vergrub. In der Nacht würde sich so die dringliche Frage klären, wie viel Zeit ihnen blieb um von diesem Fenster aus bis über die Mauern in die Freiheit zu gelangen. Es war wichtig zu wissen, in welchem Abstand die Wärter diesen Punkt im Hof patrouillierten.

Auch in dieser Nacht fand Yanosch nicht den Schlaf, den sein Körper dringend brauchte. Wie jeden Tag öffnete sich nun wieder die Zellentür und Bradley stand wie ein übermächtiges Raubtier vor dem ihm unterlegenem Geschöpf. Doch dieses Mal musste der Wärter nichts sagen. Yanosch stieg aus seinem Bett und verließ unaufgefordert die Zelle. Bradley war irritiert und wusste nicht, was diese Situation bedeuten sollte.
„Ich weiß nicht, wo sie sind.“
Bradley wollte den Jungen brechen und das mit allen Mitteln. Der Weg der Schmerzen schien nicht zu fruchten, also würde er neue Maßnahmen einführen. Der Wärter war der Meinung, dass nun ein anderer Schmerz in den Vordergrund treten müsste. Wenn er dem Jungen den Schlaf und die Nahrung entzieht, dann würde er seinen Mund aufmachen und endlich den Aufenthaltsort seiner Frau und der zwei kleinen Kinder preisgeben. Zwar hatte er sie nie wirklich spüren lassen, dass er sie liebte, doch nun schien er sie doch zu vermissen. Dieses Gefühl war dem Mann vollkommen fremd. Es war niemand zuhause, wenn er die Tür öffnete. Niemand machte ihm sein Essen, wusch seine Sachen oder sorgte dafür, dass die Wohnung sauber war. Er brauchte sie zurück – seine kleine heile Familie.
Die ganze Nacht ließ er seinen Stiefsohn vor der Zelle stehen, ohne die kleinste Bewegung zu dulden. Als das Signal, das die Frühstückszeit einläutete, ertönte, wurde der Junge in seine Zelle zurückgeführt. Im Gegensatz zu allen anderen Häftlingen verbrachte er die Zeit nicht im Essenssaal sondern in seiner Zelle.

Während die anderen PI Mitglieder an der Wiederherstellung des Pausenraumes der Wärter arbeiteten, bemerkte Lincoln sofort, dass mit seinem Bruder etwas nicht stimmte.
„Was ist los Michael?“
„Gar nichts.“ Michael versuchte seinen Bruder von den Problemen fernzuhalten. Seine Sorgen waren durch den bevorstehenden Termin der Hinrichtung schon groß genug. Alle weiteren Angelegenheiten sollten ihn nicht weiter belasten.
„Hey diesen Blick kenn ich, also was ist los?“ Lincoln ließ nicht locker.
„Ich habe nachgerechnet. Wir brauchen fünf Minuten für die Fenstergitter der Ambulanz und zwei Minuten braucht jeder von uns, um über die Mauer zu klettern.“ Langsam blickte er in Richtung der arbeitenden Häftlinge, die von den Schwierigkeiten nichts ahnten.
„Und?“ Lincoln kannte seinen kleinen Bruder gut genug, um zu wissen, dass er jedes kleinste Detail durchgeplant hatte und nun Probleme aufgetreten sein mussten.
„Es sind nur neunzehn Minuten. Wir sind zu viele Menschen.“
„Aber wir sind doch sieben, da …“ Lincoln war irritiert. Alle Mitarbeiter der PI würden den Ausbruch wagen und zusammen hätten sie gerade genügend Zeit, um es zu schaffen.
„Wir sind acht. Yanosch wird mitkommen und darüber werde ich nicht diskutieren, Linc. Also muss einer hierbleiben.“ Michael war nicht wohl bei dem Gedanken eine Entscheidung fällen zu müssen. Er wusste genau, dass er Theodor Bagwell nicht in die Welt dort draußen entlassen konnte. Zu viel Leid hatte er über zu viele Familien gebracht. Zu vielen Kindern und Jugendlichen hatte er die Chance auf ein Leben, wie es ihnen zustand genommen, doch ihn hier hinter den Mauern zu lassen, würde sich ziemlich schwer gestalten. Dieser Mann würde alles Mögliche versuchen, um mit in die Freiheit zu gelangen.
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Re: Yanosch-Michael-or not everything is as it seems NEWprem

Beitragvon Ewanized » 12 Jul 2010, 18:26

:woohoo:
Ein neuer Teil. Endlich!
Aber meine Frage wurde nicht so wirklich beantwortet. Wie geht's Ingrid, Mathilda und Lennox denn nun? Wo sind sie?
Mhh, ob Brad Yoschis Willen wohl mit Schlaf- und Nahrungsentzug brechen kann? Ich wage es irgendwie zu bezweifeln.
Uhh, Mike will Teddy loswerden? Der spielt da mit Sicherheit nicht mit. Mal sehen, was er sich einfallen lässt. *vorfreude hab*
Bitte schreib ganz schnell weiter, damit alle meine Fragen beantwortet sind. :hyper:

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